»Ich bin Diego.«
»Ich bin…«
»Mich interessiert nicht, wer du bist. Du bist neu hier. Belassen wir es vorerst dabei.«
»Sag mal, Diego, hast du eigentlich auch das Gefühl, dass wir dieses Gespräch schon vor 25 Jahren geführt haben…?«
Lange mussten wir warten, jetzt ist es nach vielen Verschiebungen und viel Bangen soweit: Das Gothic Remake ist da. Zum ersten Mal die Review-Version zu starten fühlt sich absurd an, aus mehreren Gründen.
Erstmal ist da das Intro, das ich auch viele Jahre nach meinem letzten Tanz mit dem Rollenspiel auswendig mitsprechen kann – nur dass es jetzt schick und modern animiert ist. Da sitzt jede Falte im verwitterten Gesicht von Xardas!
Und dann ist da die Tatsache, dass ich dieses Spiel teste. Nicht allein, denn Reviews für so ein wichtiges und umfangreiches Rollenspiel sind immer ein gemeinsamer Kraftakt der Redaktion. Aber dennoch erlebe ich das Gothic Remake immer mit dem Gedanken im Kopf, dass mein Name über dem Test stehen wird, den viele aus der GameStar-Community so glühend heiß erwarten.
Gothic und GameStar, das ist für viele nicht ohne Grund eng verbunden. Ich selbst habe damals noch als Leserin die herrlichen Parodien von Die Redaktion dutzende Male angeschaut, »Volles Pfund aufs Maul« in meinen privaten Wortschatz übernommen und die gewaltige Report-Serie Aufstieg und Fall von Gothic verschlungen. Ein völlig surreales Gefühl, nun für euch am Test der Neuauflage zu sitzen.
Update 10. Juni 2026: Wir haben das Gothic Remake durchgespielt und weit über 100 Arbeitsstunden ins Spielen und Testen investiert, sodass wir uns jetzt bereit fühlen, ein Urteil zu fällen. Entsprechend haben wir den Test umfassend überarbeitet, unter anderem mit spoilerfreien Eindrücken zum Finale sowie zu konkreten Bugs und Problemen, auf die wir mit unserem Test-Team gestoßen sind, weshalb wir Gothic derzeit noch um 7 Punkte abwerten müssen.
Nachdem unser gesamtes Gothic-Team viele weitere Eindrücke sammeln konnte – auch vom Endgame und dem Finale – kann ich euch nun ganz genau sagen, ob das Remake gelungen ist und wo ihr schmerzhafte Abstriche in Kauf nehmen müsst. Von denen gibt’s nämlich einige. Gothic-Fans werden die meisten verzeihen, Neueinsteiger vielleicht weniger.
Raus damit: Ist es gut geworden?
Bevor wir die einzelnen Bereiche des Spiels durchgehen: Ja, es ist insgesamt ein sehr gutes Remake, das sich detailgetreu an die Vorlage hält, sie aber um sinnvolle Aspekte erweitert. Hier steht Gothic auf der Zutatenliste und es ist pures Gothic drin, mit all den alten Stärken und Schwächen.
Als Fan der frühen Stunde macht es mich unheimlich glücklich, dass ich mich sofort wieder in der Kolonie zurechtfinde, weil ich mich zum Beispiel erinnere, wo der Dammlurker im Neuen Lager rumlurcht. Und warum ich Bloodwyn besser aus dem Weg gehe, bis ich ordentlich zuhauen kann.
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